Landgericht Berlin - 02. August 2008
Vor
einem Jahr hat Julian M. einen australischen Touristen mit
fünf Messerstichen lebensgefährlich verletzt. Das Opfer ist
der 24-Jährige Caleb Luke M.
Er überlebt die Tat dank einer Notoperation. Eine
Überwachungskamera hat alles aufgezeichnet. Durch die
Bilder wird Julian M. als Täter überführt. Für Notwehr aber
sehen die Ermittler keinen Hinweis. Die Staatsanwaltschaft
klagt den 22-Jährigen wegen versuchten Totschlags
an.
Ein
Döner Imbiss in der Rosenthaler Straße ist der Tatort. Was
genau passiert ist, ist unklar.
Möglicherweise nur ein banaler Wortwechsel. Sicher ist,
dass ein nichtiger Anlass zur Eskalation führt. Es ist die
Nacht vom 18. zum 19. Juli 2007. Ein Streit unter jungen
Menschen, hervorgerufen durch zuviel Alkohol. Fünf Mal
stach Julian M. auf sein Opfer ein.
Lange blieb eine Fahndung gegen den Messerstecher
erfolglos.
Ende September konnte der Julian M. in Sizilien
festgenommen werden.
Ein Erfolg für die ermittelnde Mordkommission, denn Julian
ist kein Unbekannter.
Seit 2003 wird er in der Intensivtäterkartei geführt, sein
Vorstrafenregister weist eine Serie von schweren Delikten.
Von Körperverletzungen bis hin zu schwerem Raub.
Intensivtäter ist nur derjenige der mindestens 10
Straftaten im Jahr aufweist. Da trifft auf Julian M. zu.
Seit seiner Auslieferung aus Sizilien, sitzt Julian im
Untersuchungsgefängnis Moabit.
Sein Vater steht auf im Gericht und schreit:
„ Mein Sohn ist ein Held.“
Er hält eine theatralische Verteidigungsrede.
„Wir sind eine ehrenvolle Familie“, ruft der Italiener.
Sein Sohn sei mit einer abgebrochenen Bierflasche
angegriffen worden.“
Er führt auf, dass die betrunkenen Australier schuld seien.
Sein Sohn ist das Opfer. Er habe sich nur gewehrt.
