Litt der Geiselnehmer vom Berliner Hauptbahnhof an Verfolgungswahn?
Sechs Monate nach der Geiselnahme im Berliner Hauptbahnhof
hat am 07. Mai vor dem Berliner Landgericht das
Sicherungsverfahren gegen einen 27-Jährigen Geiselnehmer
türkischer Abstammung begonnen.
Seit seiner Festnahme befindet sich der Mann in der
geschlossenen Psychiatrie.
Die Staatsanwaltschaft wirft dem 27-Jährigen Menschenraub
und versuchten Totschlag vor.
Im November 2007 nahm er einen 34-Jährigen Kellner eines
Coffee Shop im Bahnhofsgebäude zwei Stunden lang als Geisel
in seine Gewalt.
Mit einer Hand hielt der Angeklagte bedrohlich ein Messer
gegen den Hals des Opfers.
„Ich
wollte niemanden töten, ich wollte einen
Arzt“,
sagt der geständige Mann.
Er gibt an, von Killern verfolgt zu werden. Ist es die
Taktik eines durchdachten Plans oder ist der reine
Psychowahn?
Damals,
als die Polizei erschien, soll der Mann 30 000 Euro, freies
Geleit, ein Flugzeug, sowie ein Mobiltelefon für sich
verlangt haben. Für den Fall einer Weigerung, kündigte er
die Tötung der Geisel an.
Über zwei Stunden befand sich das Opfer in der Gewalt des
Mannes, bevor dieser von der Elitetruppe der Berliner
Polizei überwältigt wurde.
Nach
Angaben der Verteidigung leide der
27-Jährige an einer schizophrenen Psychose. Sollte sich
dieser Verdacht bestätigen, so könnte der Mann
möglicherweise schuldunfähig sein.
Vor Gericht gibt das Opfer zur Entlastung des Täters an, er
habe das Messer an seinem Hals nicht gespürt. Auch habe der
Angeklagte ihm zum Anfang bereits erklärt, er würde ihm
nichts tun, und das er nur ein Telefon wolle um seine
Familien vor möglichen Gefahren zu warnen.
Die Situation eskaliert, als der Geiselnehmer rastlos aus
dem Coffee Shop rennt.
Die Anklage fordert daher die dauerhafte Unterbringung in
der Psychiatrie.